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Photovoltaik - Bürgersolaranlagen auf öffentlichen Dächern in Abtenau

Der Informationsabend zur geplanten Bürgersolaranlage auf den Schulen VS/PTS/ZIS in Abtenau hat am Dienstag, dem 30. Oktober unter reger Beteiligung des Abtenauer Gemeinderats stattgefunden!
Bei der ersten Bürgerversammlung am 30.10.2018 im Gasthaus Traunstein wurden die Bedingungen für die Bürgerbeteiligung vorgestellt:

Wer errichtet die Bürgersolaranlage auf dem Dach des Schulgebäudes der Gemeinde Abtenau:
Die Agentur für Erneuerbare Energie eGen hat in ihrem Statut als Zweck der Genossenschaft die Förderung der Wirtschaft der Mitglieder, insbesondere durch Errichtung und Betreibung von Photovoltaik-, Solar- und sonstigen Anlagen zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Trägern und hier besonders zur Stärkung der Energieunabhängigkeit der Mitglieder festgeschrieben. Diese Anlagen werden in erster Linie als Bürgerbeteiligungsanlagen ausgeführt. Damit soll unter anderem auch jenen Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe an der Energiewende ermöglicht werden, die über keine eigenen Dächer oder Freiflächen verfügen.
Mit Beginn des Jahres 2015 wurde die Agentur für Erneuerbare Energie als Genossenschaft im Firmenbuch (FN 428263 z) eingetragen. Ziel der Genossenschaft ist es, gemeinsam mit Gemeinden und anderen Trägern oder Unternehmen Beteiligungsanlagen zu errichten.
 
Auf welchen Dächern finden sich diese Bürgersolaranlagen:
Besonders geeignet für die Zwecke der Genossenschaft sind Schuldächer, Dächer von Seniorenwohn­häusern oder von Gemeindezentren. Wichtig ist, dass der Energieverbrauch unter dem Dach, auf dem sich die Solaranlage befindet, der Leistung der Solaranlage entspricht – damit kann ein Maximum der erzeugten Sonnenenergie unmittelbar darunter genutzt werden. Im Fall der Beteiligungsanlage auf den Schulen VS/PTS/ZIS in Abtenau wird die Anlage eine Leistung von 100 kWp haben, damit können ca. 90.000 kWh Sonnenstrom erzeugt werden.
 
Wer kann sich an der Bürgersolaranlage beteiligen:
Pro Beteiligungsanlage können sich jeweils maximal 99 Personen beteiligen. Dies hängt mit den Bestimmungen des Kapitalmarktgesetzes zusammen und soll Konsumenten davor schützen, in risikoreiche Investitionsformen Geld zu stecken. Im Fall der Beteiligungsanlage auf den Schulen VS/PTS/ZIS in Abtenau werden entsprechend der Größe von 100 kWp 99 Anteilscheine ausgegeben. Der Wert des Anteilsscheins berechnet sich aus der Höhe der Investition verringert um die Höhe der Förderungen für die Anlage.
 
Wie sicher ist diese Investition:
Das von den Abtenauer Bürgerinnen und Bürgern aufgebrachte Kapital wird über den Solarstrombezug der Gemeinde und einen geförderten Überschuss - Einspeisetarif der OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom Österreich) wieder refinanziert. Diese Förderung läuft über 13 Jahre, das ist auch der Zeitraum der Rückzahlung der Anteilsscheine (+ 1 Jahr, da die Tilgung erst im 2. Jahr beginnt). Weitere Geldflüsse können von der Öko Strombörse Salzburg über Widmungen kommen.
 
Wie funktioniert diese Beteiligung:
Die Anteilsscheine werden mit einem Wert pro Schein ausgegeben. Die Rückzahlung des Geldes erfolgt ab dem 1. Jahr mit einem Zinsertrag von mind. 1 %, ab dem 2. Jahr werden Zinsen und Teiltilgung gemeinsam ausbezahlt. Das ist besonders enkeltauglich: Eltern und Großeltern können ihren Kindern Anteilsscheine schenken. Diese erhalten jedes Jahr eine Ausschüttung und damit eine Erinnerung an „ihre“ Gemeinde.
 
Ab wann geht die Anlage auf den Schulgebäuden in Betrieb:
Nach der Antragstellung bei der OeMAG zu Beginn des Jahres 2018 kam die Mitteilung, dass diese Anlage in die Förderung aufgenommen wird. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für die Anlage wurde durchgeführt, dem folgt ein Ausschreibungsprozess zur Anlagenerrichtung. Bei der ersten Bürgerversammlung am 30.10.2018 im Gasthaus Traunstein wurden die Bedingungen für die Bürgerbeteiligung vorgestellt: Damit beginnt der Beteiligungsprozess in der Gemeinde. Sobald genügend Kapital durch beteiligungswillige Bürgerinnen und Bürger aufgebracht worden ist, kann die Errichtung der Anlage beginnen. Frist für die Errichtung ist Ende März 2019 – sonst droht Verlust der Förderung.
 
Was ist, wenn die Anlage weniger produziert als angenommen wurde:
Der Zinsertrag ist mindestens 1 % pro Jahr, auch wenn der Solarstrom-Ertrag der Bürgersolaranlage geringer als angenommen ist. Teiltilgung und jährlicher Zinsertrag werden bezahlt, solange die Genossenschaft wirtschaftlich erfolgreich ist.
 
Werde ich darüber informiert, wieviel die von mir mitfinanzierte Bürgersolaranlage produziert:
Auf unserer Website wird über den Ertrag der Bürgersolaranlage berichtet. Sie erhalten dann mindestens 1 Mal pro Jahr per E-Mail Informationen über die Leistung Ihrer Solaranlage.
 
Wohin kommt der produzierte Solarstrom:
Der Solarstrom wird in den Schulen direkt genutzt. Überschussstrom wird in das Netz des regionalen Netzbetreibers, der Salzburg Netz GmbH, eingespeist und über das Abrechnungssystem der OeMAG mit einem geförderten Tarif verrechnet.
 
Kann ich meine Beteiligung auch an Dritte weitergeben:
Ja, eine bestehende Beteiligung kann übertragen werden.
 
Wie lange bin ich vertraglich gebunden:
Der Vertrag wird auf 14 Jahre abgeschlossen, die Mindestvertragslaufzeit beträgt 9 Jahre. Nach dem Zeitraum von 9 Jahren sind ¾ der begebenen Summe inkl. Zinsen bereits zurückgezahlt.
 
Muss ich den Zinsertrag versteuern: 
Im Fall eines Privatdarlehens fällt keine KEST an. Über sonstige Steuerverpflichtungen sprechen Sie bitte mit ihrer Steuerberatung.